Ein Hund lernt aus Gewohnheit. Verhalten wird durch Belohnung verstärkt bzw. durch Bestrafen oder Ignorieren abgestellt. Wenn man seinen Welpen mit Hilfe meines Büchleins „Spielerische Grunderziehung des Retrieverwelpen“ erzogen hat, sollte man bereits die Methode des positiven Verstärkens kennen gelernt haben. Diese positive Umgangsweise mit dem Hund kann auch im weiteren Training angewendet werden. Die Belohnung kann durch Leckerchen, Streicheln oder Loben mit der Stimme erfolgen. Es gibt Hunde, für die ein Streicheln über den Kopf genügend Belohnung bedeutet, andere werden jedoch durch ein Leckerchen zum besseren Arbeiten motiviert. Jeder Hundeführer muss die bestmögliche Belohnung für seinen Hund herausfinden.
Es gibt immer noch Trainer, die eine Belohnung mit Leckerchen ablehnen, mit dem Argument, dass der Hund von sich aus für seinen Besitzer arbeiten muss. Aber kein Hund arbeitet für seinen Besitzer; er arbeitet, weil es ihm Nutzen bringt!
Ein Hund lernt nun einmal schneller durch Belohnung des erwünschten als durch Bestrafen des unerwünschten Verhaltens. Solange ein Hund eine Aufgabe noch nicht gut beherrscht, soll er dafür nie bestraft werden. Unerwünschtes Verhalten kann besser durch Ignorieren abgestellt werden. Bei einer Strafe muss der Hund verstehen, für welches Verhalten er bestraft wird. Beim Ignorieren schließt man dieses Risiko aus.
Belohnung auf Distanz
Beim jagdlichen Training muss oft auf Distanz belohnt werden und zwar in dem Moment, in dem der Hund die gewünschte Handlung ausführt, die wir sehen wollen. Auf Distanz kann man aber nicht mit Streicheln oder Leckerchen belohnen, sondern nur durch verbales Lob wie z.B. „brav“, „fein“ oder „gut so".
Im Prinzip könnte man auch den sogenannten „Clicker“ benutzen, ein kleines Kästchen aus Kunststoff, in dem sich eine Metallzunge befindet. Durch Drücken dieser Metallzunge wird ein metallischer Ton erzeugt, der „Click“. Zuerst muss der Hund lernen, dass „Click“ eine Belohnung bedeutet. Man clickt einmal und gibt dem Hund sofort ein Leckerchen. Es dauert nicht lange und der Hund verknüpft den „Click“ mit etwas Gutem. Während der Übungen erhält der Hund in dem Moment einen „Click“, wenn die Ausführung gut (oder besser) erfolgt. Beim jagdlichen Training ist die Benutzung des Clickers eher unpraktisch. In der Regel benötigt man beim Einweisen beide Hände: eine Hand für die Richtungskommandos und die andere für die Pfeife. Aus diesem Grund ist es besser ein bestimmtes Wort zu benutzen. Findet man „fein“ oder „brav“ zu allgemein, weil diese Wörter auch Familienmitglieder gebrauchen, sollte ein anderer Begriff gewählt werden. Gute Erfahrungen habe ich mit „gut so“ oder „ja“ gemacht. Das Wort „ja“ setzt man zwar auch im normalen Sprachgebrauch ein, aber dann immer nur für etwas Positives. Die Wörter „gut so“ und „ja“ klingen außerdem freundlich. Auch unterscheiden sich diese beiden Wörter deutlich von Äußerungen wie „nein“ oder „eh, eh“, mit denen wir einem Hund etwas verbieten.