Was versteht man nun genau unter einer Markierung? Unter Markieren verstehen wir, dass der Hund das Wild fallen sieht und sich die Fallstelle genau einprägt, d.h. in seinem Gedächtnis abspeichert. Passt ein Hund durch irgendwelche Umstände nicht gut auf und sieht das Wild nicht fallen, dann ist es ihm unmöglich zu markieren.
Welche Kriterien legen wir für die Beurteilung einer Markierung zugrunde und wie soll ein Hund ein markiertes Stück Wild auf korrekte Art finden?
Ein Hund hat gut markiert, wenn er auf ein Kommando in gerader Linie bis in das Fallgebiet läuft und erst dort zu suchen beginnt.
Als Fallgebiet legen wir einen gedachten Kreis rund um die Fallstelle fest. Auf kurze Entfernung und in übersichtlichem Gelände mit niedrigem Bewuchs ist das Fallgebiet klein bis sehr klein, weil der Hund das Wild liegen sehen und ohne Suche finden kann. Eine Markierung über große Entfernung in unebenem Gelände mit hohem Bewuchs hat ein viel größeres Fallgebiet. Der Hund wird durch die große Entfernung etwas mehr von der Ideallinie abweichen und durch den Bewuchs mehr seiner Nase als seinen Augen vertrauen. Bei der Bestimmung des Fallgebietes spielt die Windrichtung eine große Rolle.
Markieren und die Windrichtung
Markierübungen können mit Seiten-, Rücken- oder Gegenwind durchgeführt werden, wobei der Seitenwind dem Hund die größte Hilfestellung bietet. Er muss dann nur die gerade Linie zur Markierung nehmen und dabei etwas unter dem Wind bleiben, bis seine Nase ihm sagt, dass er die richtige Distanz erreicht hat. Beginnt man die Markierübungen mit Seitenwind, lernt der Hund die Entfernung richtig einzuschätzen. Diese Erfahrung ist erforderlich, wenn er später mit Rücken- oder Gegenwind markieren muss.
Markieren bei Seitenwind
Abbildung:
1. Der Hund hat perfekt markiert und dabei gut auf den Wind geachtet.
2. Dieser Hund lässt sich durch den Wind zu weit abtreiben, wodurch er außerhalb des eigentlichen Fallgebietes gerät und keine Witterung erhält. Er findet das Wild nur dadurch, dass er gegen den Wind sucht. Auf kürzere Entfernung in übersichtlichem Gelände sollte ein Richter dieses als nicht perfekt markiert bewerten.
Abbildung:
3. Dieser Hund geht auf Sicherheit, weil er sich etwas mehr Wind holt. Im Gegensatz zu Hund 1 verringert sich für diesen Hund die Gefahr das Wild zu verfehlen.
4. Dieser Hund hat der Windrichtung nicht genügend Rechnung getragen und läuft auf der falschen Seite des Windes an der Fallstelle vorbei. Hierbei besteht die Gefahr, dass er seiner Nase vertraut, gegen den Wind sucht und sich immer weiter von der Fallstelle entfernt. In diesem Fall muss seine Markierleistung als ungenügend bewertet werden.